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Stephan Grabmeier, welche Innovation kommt als Nächstes?

Zum 1. August 2015 startet Stephan Grabmeier als Chief Innovation Evangelist bei der Haufe-umantis AG. Wenn einer der bekanntesten Innovatoren der deutschen HR-Szene zu einem der wichtigsten New-Work-Treiber Deutschlands wechselt, ist das für uns ein Grund nachzufragen.

employerreputation: Lieber Stephan, vielen Dank, dass Du Dir Zeit für das Interview nimmst!
Kommen wir gleich zur Sache: Warum hast Du Dich für Haufe-umantis AG entschieden?

Stephan Grabmeier: Für mich gibt es drei wichtige Gründe: 1) Die Digitale Transformation und Arbeitswelt 4.0 benötigt viel kompetente Beratung. Ich habe mit Haufe-umantis AG eine völlig andere Skalierung als heute, unsere Kunden innovativ und professionell zu unterstützen. 2) Die Haufe-Gruppe hat den digitalen Wandel bereits sehr erfolgreich begonnen und in vielen Teilen schon gut gemeistert. Die Erfahrung die darin liegt ist unbezahlbar und 3) umantis zählt zu den führenden europäischen Talentmanagement-Software-Anbietern und ist eines der Vorzeigeunternehmen für ein demokratisiertes Unternehmen – der CEO Marc Stoffel war der erste gewählte CEO in Deutschland. Es gibt nur wenige Firmen die den eigenen Wandel vorbildlich selbst umsetzen und ein hochinnovatives Produkt- und Consultingangebot für Kunden anbieten. Viele Unternehmen suchen händeringend nach genau den Lösungen, die dort bereits erfolgreich umgesetzt werden.

Also ich freue mich auf so ein innovatives Umfeld. Meine Expertise aus der Digitalen Transformation und Arbeitswelt 4.0 fehlt dort. Das bringen wir jetzt zusammen.

employerreputation: Tut es Dir weh Dein Unternehmen aufzugeben?

Stephan Grabmeier: Nein tut es nicht. Ich habe natürlich lange und gründlich überlegt und bin am Ende zu einer klaren Entscheidung gekommen. Ich bleibe in meiner Rolle als Chief Innovation Evangelist und das ist für mich wichtig. Meine Leidenschaft und Rolle sind für mich Lebens- und Arbeitsphilosophie die Wirkungsräume sind fluide. Ab 1.8. mache ich das gemeinsam mit Haufe-umantis.

employerreputation: Wie ist Deine neue Rolle genau definiert?

Stephan Grabmeier: Ich bin Leader für das Kundensegment und gestalte das bestehende und neue Produkt- und Serviceportfolio von Haufe-umantis. Einen Leader kannst Du Dir dort vorstellen wie einen Coach der eine gute Bundesliga Mannschaft auf das nächste Level der Champions League bringt. Wir erweitern unsere Consulting Leistungen und internationalisieren stärker. Mit den Standorten San Francisco und Tokio baut Haufe-umantis seit einigen Monaten die ‚Hubs‘ für unsere Kunden in USA und Asien auf.

employerreputation: Welche Themen treibst Du zuerst voran?

Stephan Grabmeier: Es ist noch etwas zu früh, um über das konkrete Portfolio zu sprechen. Worauf ich aufbaue ist das bestehende, sehr gute Software- und Produktportfolio. Was wir gemeinsam ausbauen ist die Success as a Service Architektur. Wir nennen die Begleitung unserer Kunden Success Design. Darin liegen die Themen agile Organisationsformen, agile Methoden, vernetzte Unternehmensstrukturen – also Enterprise2.0, New Leadership sowie Formate für Innovation und kollektive Intelligenz. Des weiteren werde ich mich um das Innovation Eco System der Gruppe kümmern. Dafür baue ich auch Teams auf bzw. erweitere bestehende. Wer in den Themen innovativer Gestalter ist und Lust hat mit mir an dieser Art der Transformation von Unternehmen zu arbeiten, kann sich gerne direkt bei mir melden.

employerreputation: Wie definierst Du „Digitale Transformation“ und welche große Innovation kommt Deiner Meinung nach als Nächstes?
 
Stephan Grabmeier: Die Digitale Transformation ist der radikale Wandel der Wirtschaft und Gesellschaft. Ein massiver Paradigmenwechsel dem fundamentale technologische Basisinnovationen zu Grunde liegen. Die größte Innovation, die aus meiner Sicht passieren muss, ist der Wandel in den Köpfen. Es ist nicht die Technologie, die gibt es mehr als uns lieb ist. Es geht um den mentalen Wandel in der Unternehmensführung, alter Managementmethoden, tradierter Organisationsformen und die Art und Weise wie wir Zusammenarbeit definieren und Arbeitsplätze gestalten. Unternehmen die das nicht verstehen (wollen) und in Handlung umsetzen wird es über kurz oder lang nicht mehr geben. Die Halbwertszeit von Unternehmen sinkt rapide.

employerreputation: Welche Rolle wird das Human-Resources-Management Deiner Meinung nach in der Digitalen Transformation spielen?

Stephan Grabmeier: HR muss verstehen, dass sie einer der wesentlichen Treiber der Transformation sein muss – für die eigene Überlebensfähigkeit und für die Zukunft ihrer Unternehmen. Es geht um H2H, also die Schnittstelle human-to-human neu zu definieren – wer, wenn nicht HR ist prädestiniert das anzutreiben?

employerreputation: Viele Personaler fühlen sich desillusioniert und ausgeschlossen, wenn es um Strategie und Transformation geht. Sie haben beispielsweise das Gefühl, dass ihre Meinung nicht gehört wird oder dass Ihr Arbeitgeber grundsätzlich keine Neuerungen zulässt. Was rätst Du Human Resources-Profis, die sich für Innovation engagieren wollen?

Stephan Grabmeier: Das klingt mir nach zu viel Selbstmitleid und die Diskussionen kenne ich seit Jahrzehnten. Mein Appell – HR übernehmt endlich Verantwortung für innovative Themen. Das muss auf zwei Ebenen passieren: 1) HR muss sich in seinen eigenen Skills grundlegend runderneuern, um zu verstehen was die Arbeitswelt 4.0 bedeutet. Wie all das nutz- und umsetzbar ist und auch in den eigenen HR Reihen anwenden. 2) Muss HR sein Produkt- und Serviceportfolio neu aufbauen. Erst wenn beides passiert, wird HR als Treiber und auf Augenhöhe den Paradigmenwechsel gestalten können. Passiert das nicht, ganz ehrlich, wofür brauchen wir HR dann noch? Reine transaktionale Services sind wichtig, bringen aber keinen Mehrwert – wettbewerbsfähige Unternehmen sowie Arbeits- und Organisationsformen gestalten und Mitarbeiter zukunftsorientiert entwickeln schon.

Wollen HR’ler vorantreiben, gestalten und verfügen sowohl über die Skills, als auch das Mindset und das Unternehmen lässt sich dennoch nicht darauf ein, dann sollte jeder HR’ler die Verantwortung für sich selbst übernehmen und gehen. Es gibt genügend andere Möglichkeiten die Welt woanders ein Stückchen besser zu machen.

employerreputation: Ich danke Dir für Deine interessanten Ausführungen, lieber Stephan und wünsche Dir viel Erfolg in Deiner neuen Funktion bei Haufe-umantis und bin gespannt auf Deine Innovationen!

Stephan Grabmeier, Chief Innovation Evangelist

Zur Person:

Stephan Grabmeier ist Gründer und CEO der Innovation Evangelist GmbH, vorher verantwortete er zwischen 2009 und 2013 die Positionen Head of Culture Initiatives und die Leitung des Center of Excellence Enterprise2.0 der Deutschen Telekom AG. Stephan trieb die Transformation der Deutschen Telekom AG zu einer Enterprise 2.0 und schuf maßgebliche Innovationen im Umfeld des vernetzten Leben und Arbeiten. Davor war der studierte Betriebswirt Geschäftsführer der yourcha AG und Managing Director der Master Management Deutschland GmbH. Zum 1.8. wechselt er zur Haufe-umantis AG.

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Interview mit Heiko Schomberg, neuer Diversity Manager der Detecon

Ende Mai hat die Detecon International GmbH einen Diversity Manager berufen. Heiko Schomberg berichtet in dieser Rolle direkt an den CEO.

employerreputation: Herzlichen Glückwunsch, Heiko! Ich gratuliere Dir zu dieser spannenden Aufgabe. Vielen Dank, dass Du Dir Zeit für das Gespräch nimmst. Wie definierst Du „Diversity“?

Heiko Schomberg: „Diversity“ bedeutet Vielfalt. Und zwar in jeglicher Hinsicht: Wir reden über Männer wie Frauen, Nationalitäten, Weltanschauung, Religion, Herkunft, sexuelle Orientierung, Lebensalter, Behinderte und Nichtbehinderte. All das bedeutet „Diversity“. Und das ist kein reiner Selbstzweck, denn nur unterschiedliche Teams können zukünftig die richtigen Antworten auf die Fragen der Zukunft geben und beim Kunden die Probleme von morgen lösen.

employerreputation: Welche Impulse können von Diversity für Detecon ausgehen?

Heiko Schomberg: Loyalität. Arbeitszufriedenheit. Wachstum. Zukunft. Diese vier Schlagworte. In dieser Reihenfolge.

employerreputation: Oft wird Diversity in der öffentlichen Diskussion auf die Frauenquote reduziert. Wird das dem Thema gerecht?

Heiko Schomberg: Die Antwort ist ein kristallklares „Nein!“. „Diversity“ ist deutlich mehr als „Gender Diversity“. Bei Detecon haben wir jedoch eine besondere Situation, gerade wenn wir auf andere Unternehmen und vor allem Mitbewerber schauen: Als „internationale Expertiseberatung“ sind wir in Fragen der unterschiedlichen Nationalitäten der Kolleginnen und Kollegen, des Lebensalters, der Religion, also bei der Kür, traditionell sehr gut aufgestellt.

Bei der Pflicht jedoch, nämlich der Gewinnung von weiblichen Beraterinnen, dem „Female Recruiting“, haben wir wie viele technologieaffine Unternehmen noch einiges an Potenzial nach oben. Auch beim Thema „Retention und Wiedereinstieg“ müssen wir guten Beraterinnen auch nach der Elternzeit, die noch vor allem ein Frauenthema ist, Perspektiven innerhalb von Detecon aufzeigen. Eine Rückkehr in Teilzeit, das Kontakthalten während der Abwesenheit: Dies ist das zentrale Thema, dem ich mich zu Beginn mit großer Intensität widmen muss. Und werde.

employerreputation: Welche Themen und Projekte wirst Du als erstes angehen?

Heiko Schomberg: Auch mit Blick auf die demographische Entwicklung müssen wir unseren „Kandidatinnen & Kandidaten-Pool“ nicht nur erweitern, sondern vor allem den Kolleginnen und Kollegen, die an Bord sind, Wege aufzeigen, dass sie auch nach einer Erziehungspause weiterhin eine Zukunft bei Detecon haben und geschätzte und wichtige Teammitglieder sind. Umdenken kann hier nur der Anfang sein, wir wollen vor allem auch mit „Diversity-Trainings“, die wir im engen Schulterschluss mit dem Sozialpartner vorantreiben werden die weitere Sensibilisierung erreichen

employerreputation: Das klingt klasse. Ich wünsche Dir viel Erfolg!

Zur Person:

Heiko Schomberg

Heiko Schomberg ist Deputy Head of HR Services und HR Specialist bei der Detecon International GmbH. Im Mai 2013 wurde er zusätzlich zum Diversity Officer ernannt. Nach einer siebenjährigen Karriere als Personalberater und im RPO-Bereich wechselte Heiko Schomberg 2007 in das Human Resources Management einer namhaften Unternehmensberatung. Seit 2011 ist er im Personalmanagement der Detecon International GmbH tätig.

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